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Rintelner Ansichten: Blick auf die Altstadt

 

 

 

 

 

         Historisches Rinteln - Blick auf die Altstadt

  

Vollzogene Veränderungen im Landschaftsbild haben mir im Laufe von vier Jahrzehnten in Rinteln so manchen Lieblingsplatz genommen. Zum Glück gibt es auch den Zufall. Der hat mich im Frühjahr des Jahres 2010 zu meiner Entdeckung ganz nahe bei der Weserbrücke geführt. Seitdem suche ich fast jeden Morgen meinen neuen Lieblingsort auf und versuche auch, die mit Licht und Jahreszeiten wechselnden Bilder und Stimmungen mit der Kamera einzufangen: Dort, wo der Weser-Radweg zwischen Camping-Wohnpark und Kanuclub-Gelände nach wenigen Wanderschritten auf die Weser trifft, in der Linkskurve, da öffnet sich plötzlich der Blick nach rechts zur Stadt hin. Kein Verkehrslärm, nichts stört die friedliche Idylle der Natur. Im Gegenteil. Die evangelisch-lutherische Kirche St. Nikolai ( 1350 ) und die katholische Pfarrkirche St. Sturmius ( 1888 ) gemeinsam streben als die einzigen sichtbaren Bauwerke empor und künden vom Frieden.Ich möchte von dieser Ruhe, diesem Frieden möglichst viel mit in den Alltag nehmen. Auch morgen und immer wieder. 

  

                                                                                                                                           Werner Zimmermann

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                

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                                                         Rintelner Ansichten: Die alte Wasserkunst

                                                                      

          Abb. Zwei kleine Rundtürme ("Mönche"), zwischen denen früher ein Schutzbrett zur Abhaltung des Wassers bei Überschwemmungen heruntergelassen werden konnte, stehen auf den Mauern des Exterkanals. Sie bewachen gleichsam die Kreuzung zwischen Stadtgraben und Exter. Die bauliche Unterhaltung der über 300jährigen Schleusenanlage ist heute eine vordringliche Aufgabe des städtischen Denkmalschutzes.                                                                           

 

  Historisches Rinteln - Die alte Wasserkunst

 

 

           Selbst vielen Alt-Rintelnern wenig bekannt ist das Schleusenbauwerk (am südlichen Ende der Ritterstraße), das früher auch als „Wasserkunst“ bezeichnet wurde, obwohl es – wie sonst im Barock üblich - keine Wasserspiele, Springbrunnen oder Kaskaden umfasst. Es war vielmehr ein reiner Zweckbau, der zu den Festungsbauten gehörte, die im 17. Jahrhundert entstanden und das mittelalterliche Rinteln zu einer modernen Festung umgestalteten.

 

          Der Bau der Bastion „Wilhelm“ an der Südfront der neuen Festung machte aus festungstechnischen Gründen nicht nur die Verlegung des Seetors (vorher am Ende der Bäckerstraße), sondern auch die Verlegung der Neuen bzw. Mühlen-Exter erforderlich. Für die Festungsbauer jener Tage war das wahrlich keine leichte Aufgabe.

 

          Es gehörte ein gehöriges Maß an Ingenieurkunst dazu, die Exter nach Südosten zu verschwenken, den Festungsgraben in einem gemauerten Kanal (Trog) zu queren und diesen dabei mit Wasser zu versorgen und dann durch einen Tunnel unter dem Festungswall hindurch in die Stadt zu leiten. Zugleich wurde baulich Vorsorge getroffen, damit kein potentieller Eindringling das Bauwerk benutzen konnte, um sich Zugang in die Stadt zu verschaffen. Dazu kamen besondere Sperrvorrichtungen, die den Wasserzufluss der Exter bei drohenden Überschwemmungen stoppen sollten. Andererseits mussten die Verteidiger der Festung die Möglichkeit erhalten, im Verteidigungsfall das Vorgelände unter Wasser zu setzen, um das Vordringen des Feindes zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

 

                                                                                                                                                                Jürgen Rinne

 

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                                                                  Rintelner Ansichten: Blumenwall

 

                                                                                      

Historisches Rinteln   

Der Blumenwall in Rinteln - Ein Grünes Denkmal aus der Festungszeit

 

 

„Da nun die intendierte Anlage sehr zur Verschönerung der Stadt gereichen wird…“ schreibt 1819 der Magistrat der Stadt Rinteln an die kurfürstliche Regierung, als die Anlage eines „Bosquet“ beschlossene Sache ist. Dieses Bosquet wird dann der Blumenwall. 1806/1807 muss die Stadt Rinteln auf Befehl Napoleons innerhalb kürzester Zeit die Festung niederlegen und alle Festungswerke, die der Verschanzung dienen, abbauen. Große Wallflächen stehen nun für friedliche Zwecke zur Verfügung, die die Stadt nutzen möchte. Ab 1813, als die hessische Verwaltung in Rinteln wieder eingezogen ist, führt der Magistrat daher zähe Verhandlungen mit Hessen, die erst 1816 erfolgreich abschließen. Die Stadt Rinteln erhält das Nutzungsrecht der Wallanlagen in Erbpacht, gegen eine jährliche Pacht von 150 Reichstalern.

 

In wenigen Jahren wandelt sich der Festungswall zu einem Grüngürtel, der die Altstadt umschließt: Gärten, Promenade und ein Park. Wallflächen werden parzelliert und von der Stadt an Steuerzahlende Einwohner weiterverpachtet.

 

Auf der Wallkrone im Verlauf vom Wesertor über das Ostertor zum Seetor wird eine Pappelallee als Promenade angelegt.

 

Im nordwestlichen Teil der Wallanlage zwischen den alten Bastionen Christian und Charlotte entsteht ab 1819 ein park für die Bürger – nur einen Steinwurf entfernt vom Zentrum der historischen Altstadt.

 

Mit dem Entwurf beauftragt die Stadt den hessischen Hofgärtner Georg Wilhelm Homburg, ein ausgewiesener Gartenplaner im Schaumburger Land. Während seines mehrjährigen Aufenthaltes in England hatte er Kenntnisse über den Stil des englischen Landschaftsgartens erworben. Homburg ist vertraut mit den Rintelner Verhältnissen, da ihm 1803 die Aufsicht über den Botanischen Garten der Universität übertragen wurde. Mit großem Arbeitseifer bemüht er sich ab 1807 um Planung und Beratung für die gärtnerische Gestaltung der geschleiften Festung.

 

1816 erstellt Homburg einen ersten detaillierten Plan für die Anlage eines Parks im Stil des englischen Landschaftsgartens. (Der Originalplan befindet sich im Staatsarchiv Marburg, eine Kopie im Staatsarchiv Bückeburg,) Der natürliche Geländeverlauf der Festung kommt diesem Stil sehr entgegen. Der Entwurf zeigt alle Elemente eines englischen Landschaftsgartens; geschwungene Wege, wellige Rasenflächen, gefällige Gruppierungen von Bäumen und Sträuchern, reizvolle Blickachsen, belebendes Wasser, dekorative Gartenbauten. Sogar ein widersprüchliches Element, die schnurgerade Kastanienallee entlang der Mühlenexter – die einstmals zum Aufmarsche der Wachparade diente – bindet er gelungen in die Gestaltung ein. Die Allee wird wie ein Schlussstrich am Fuße des Wallanstieges gezogen.

 

Der ursprüngliche englische Landschaftsgarten ist heute nur in wenigen Elementen zu erkennen. Der sanfte Anstieg des Walls, überraschende Sichtachsen, die Graft, alte Bäume und die schnurgerade Lindenallee lassen den historischen Plan erahnen. Sie lenken den Blick zurück auf die Festungsgeschichte und sind Aufforderung zum Erhalt des Grünen Denkmals.

 

Wie für den Blumenwall geschrieben sind Zeilen von Theodor Fontane:
                                      

Wie still, wie schön – Du Park am Wall !

 

                                                                                                                         Friederike Kästing

 

 

 

 

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Rintelner Ansichten: Kirchplatz

 

 

 

Historisches Rinteln – Kirchplatz

 

 

An einem Sonntagmorgen durch das historische Rinteln zu gehen, das ist für mich Entspannung und Inspiration gleichzeitig. Die Straßen und Plätze sind - fast - menschenleer und wenn mein Blick weder Auto noch Müllcontainer streift, dann geht die Phantasie ohne Mühen um Jahrzehnte zurück. So könnte es auch vor vielen Jahren am Kirchplatz ausgesehen haben. Natürlich – viele Fenster haben Isolierglas und andere Details weisen auf die Anpassung der Stadt an die Moderne hin. Aber am Kirchplatz gelingt es mir am ehesten, meine Gedanken in die Vergangenheit zu schicken. Besonders an einem Sonntagmorgen, wenn niemand diese Gedanken stört.

 

                                                                                                                              U.Ruszkowski

 

 

 

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                                                                   Rintelner Ansichten: Klippenturm

  

 

 

 

  

Historisches Rinteln - Klippenturm

 

Um etwas Historisches und Schönes in Rinteln zu sehen,

sollte man unbedingt einmal zum Klippenturm gehen.

                                         

Zu jeder Jahreszeit kann man ab Rinteln Nord

über herrliche Wanderwege nach oben gelangen,

durch Blicke sind wir befangen.

 

 

Im Lokal kann man sich etwas ausruh’n

                           oder wieder viele Schritte nach unten tun.                                

 

                                                                                                                                          Jörg und Siegrid Landmann

                                                                                                                                                                                       

 

 

 

 

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